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Schortewitz


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Ortschronik

Schortewitz als eines der Fuhnedörfer gehörte vor 1000 Jahren zum sogenannten „Serimunt“, einer in alten Zeiten genannten Landschaft zwischen Elbe, Saale, Fuhne und Mulde. Ursprünglich von Westslawen bewohnt, wurde dieses Gebiet etwa ab 800 von Germanen erobert und wird von beiden Völkern bewohnt.
1156 wird Schortewitz zum erstenmal in einer Urkunde erwähnt, das heißt 2006 konnte es seine 850-Jahrfeier begehen.
Der Dorfname hatte verschiedene Schreibweisen, z.B. Sordowice als Sohn des Teufels.
In Schortewitz so wie im angrenzenden Zeundorf waren Rittergutsbesitzer ansässig, die Polizei- und Justizgewalt ausübten.
1528 wird auch Schortewitz protestantisch und bleibt lutherisch bis heute. In Schortewitz befanden sich die Kirche und die Schule für insgesamt 4 Dörfer. Der Dreißigjährige Krieg brachte wohl allen Fuhnedörfern Verwüstung, Zerstörung und die Pest.
1722 ist das Rittergeschlecht der Witzscher ausgestorben, das Gut wird fürstliche Domäne und in regelmäßigen Zeitabständen an den Meistbietenden verpachtet.
Neben einigen Bauern lebten in Schortewitz schon immer viele Handwerker, u.a. auch einige Leineweber, die in Konflikt mit den Zünften der Städte gerieten.
Zeundorf, das kleine Nachbardorf, das 1937 mit Schortewitz vereint wurde, beherbergte einige größere Bauern wie den Fingerhof oder den Hof von Familie Bunge. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts siedelte sich Industrie vor allem in Zeundorf an, so eine Zuckerfabrik, eine Ziegelei und eine Zimmerei. Ab 1840 zählte die Eisenbahn zu den Arbeitgebern, genauso wie der Bergbau und die Schwelerei von Gölzau.
An Handwerksbetrieben gab es das, was auf dem Dorf unbedingt nötig war, Stellmacherei, Schmiede, Bäckereien, Mühlen. Jeder der Orte betrieb Sand- und Lehmgruben. Heute lassen sich noch drei Schulgebäude im Dorf nachweisen. Bis 1945 existierte pro Klassenraum ein Lehrer mit der notwendigen Lehrerwohnung. Die Klassenfrequenzen waren entsprechend hoch.
Schon im 19. Jahrhundert arbeiteten regelmäßig Schnitter aus Polen und Galizien auf den Feldern der Domäne, während des 2.Weltkrieges polnische und russische „Ostarbeiter“.
Nach dem Krieg unterschied sich die Entwicklung nicht von der anderer Orte. Die Bodenreform brachte den Landlosen und Landarmen Boden, dessen Bewirtschaftung aber nicht leicht war. An der „Straße der Bodenreform“ entstand eine Siedlung neuer Häuser. Auch „Nichtbauern“ bauten Häuser, etwa in der Gartenstraße oder der Mittelstraße.
Schon 1952 gab es die erste LPG, die später auch die zweite aufnahm und sich noch später mit der in Cösitz und Weißandt vereinte. Die Zimmerei Reichardt entwickelte sich zur PGH mit vielen Gewerken. Aus der Firma Faser-Kunze entstand ein volkseigener Betrieb, der 60% des gesamten Tapetenklebers der DDR herstellte.
Mit der politischen Wende ab 1990 konnten sich so große Betriebe wie PGH und LPG nicht halten. Sie wurden aufgelöst. Der natürlich weiterhin bewirtschaftete Boden kommt mit einem Bruchteil an Arbeitskräften aus. Arbeitslosigkeit breitete sich in Industrie und Landwirtschaft aus.
Die Schule von Schortewitz war schon einige Zeit mit der in Görzig vereint worden. Schulbusse fahren die Kinder zur Schulen in Görzig und Gröbzig.
Schortewitz zeigt sich als gepflegtes, schönes Dorf. In den letzten 15 Jahren sind eine Reihe schmucker Einfamilienhäuser entstanden, die älteren Gebäude wurden herausgeputzt. Einige florierende Firmen sind entstanden.
Ansonsten gibt es natürlich auch bei uns Probleme und offene Fragen, das Leben geht weiter. Die kommenden Generationen werden unsere Arbeit fortsetzen.

Ute Sziburies